| Kuhkomfort | ||||
|
Akute Mastitis entsteht durch die Kombination verschiedenster Faktoren, deren Einflüsse (Stress, Erreger, Umwelt, genetische Veranlagung der Kuh) den Ausbruch der Entzündungskrankheit begünstigen können. Dr. Wilfried Wolter vom Regierungspräsidium Gießen erläuterte das Thema am 18. Januar 2007 im Haus Düsse auf einem Baulehrschau-Sondertag. Sein Vortrag zum Thema „Reinigungskonzepte für Laufflächen und Liegeboxen“, befasste sich besonders mit dem Faktor Einstreu und dessen Auswirkung auf die Eutergesundheit. Dr. Wilfried Wolter ist für die Überwachung der für Milch geltenden Anforderungen im Erzeugerbetrieb zuständig. Laut Dr. Wolter erhöht eine unzureichend saubere Einstreu den Verschmutzungsgrad des Euters und der anliegenden Körperteile. Bakterien und Keime können deswegen leichter in den Strichkanal eindringen und sich im Euter vermehren. Die Folge: Mastitis. Ein Betrieb ist nur dann in Ordnung, wenn laut Wolter maximal ein Prozent der laktierenden Kühe im Monat an klassischer Mastitis erkranken. Eine optimale Einstreu besitzt folgende Eigenschaften:
Die Komponente Kalk sorgt für einen höheren pH-Wert und ein alkalisches Milieu und wirkt trocknend. Günstige Bedingungen für das Keimwachstum werden so verhindert. Beim Kalk gilt zu beachten:
Die Gesundheit Ihrer Kühe hängt nach den Erkenntnissen von Dr. Wolters also entscheidend von der Liegefläche ab. Diese Art der Einstreu hat zudem den Vorteil, dass sie die Gelenke und aufliegende Haut der Tiere schont und damit die Liegezeit verlängert. Nach Dr. Bjaerne Hoi läuft 50% mehr Blut durch das Euter, wenn die Kuh liegt – legt sich die Kuh also „gerne“ hin, weil sie sich wohl fühlt, produziert sie schneller mehr Milch. „Um ein kg Milch zu erzeugen ist es notwendig, dass 500 Liter Blut durch das Euter laufen“, so Hoi. Deswegen sollte die Liege- und Wiederkäu-Phase auch so bequem wie möglich gestaltet werden.
|
||||



