Seit Generationen im Betrieb

BvL ist ein Familienunternehmen – das ist nichts Neues. Doch für Familie Tebbel aus Emsbüren steht hinter diesem Begriff deutlich mehr. Denn seit mittlerweile vier Generationen sind Tebbels bei BvL beschäftigt.

Angefangen hat alles eigentlich schon mit Urgroßvater Hermann Tebbel, erzählt uns Großvater Josef Tebbel. Der hatte nämlich schon bei Theo van Lengerich gelernt, damals noch in der alten Schmiede nahe dem Emsbürener Ortkern. „Ich hab das Schmieden noch richtig gelernt“, war einer seiner alten Sprüche. Doch nach den Kriegsjahren wurde Hermann Tebbel Bahnangestellter – Bis auf die wohnliche Nähe der Familie zur Schmiede und später auch zum neuen Standort an der Grenzstraße, blieb bis in die 1980er-Jahre vorerst wenig Bezug zu BvL.

Vertrauen in den jungen Mitarbeiter

1989 kam dann Olaf Tebbel, Enkel von Hermann, ins Unternehmen. Die Nähe zum Elternhaus, familiäre Strukturen in den Abteilungen und viele Bekannte unter den Mitarbeitern – das machte es neben der eigentlichen Tätigkeit besonders attraktiv bei BvL zu starten. In der Maschinenfabrik machte er eine Ausbildung zum Maschinenbauer und wechselte danach zur damals noch jungen BvL Oberflächentechnik. Motiviert konnte er dort durchstarten, machte an der Abendschule den Meister und erhielt für seinen Werdegang stets Rückendeckung aus dem Unternehmen. Das weiß er auch zu schätzen. „Man hat mich hier immer gefördert, nach kurzer Zeit schon die Abteilung anvertraut, obwohl ich noch sehr jung war“, berichtet der heute 46-Jährige, der die Produktionsleitung in der Oberflächentechnik inne hat.

Sein Vater Josef ist, was BvL angeht, eher „Spätberufener“. Nach vielen Jahren im Zugbegleitdienst der Deutschen Bahn wird er Frührentner. Bei BvL findet er vor 18 Jahren eine geringfügige Beschäftigung, zuerst in der Lohnwäsche, danach im Zuschnitt, in der Vorfertigung der Oberflächentechnik. „Die tollen Kollegen und das familiäre Verhältnis untereinander, das war schon besonders“, schwärmt er noch immer. Der heute 68-Jährige ist mittlerweile voll im Ruhestand.


Jüngste Generation noch in Ausbildung

Doch die Ära Tebbel geht weiter… Mit Olafs Sohn Timo Tebbel ist die nächste Generation seit wenigen Jahren bei BvL angekommen. Timo macht derzeit eine Ausbildung zum Industriemechaniker in der Maschinenfabrik, zum Jahresende wird er diese abschließen. Der 18-Jährige kannte das Unternehmen nicht nur aus den Erzählungen von Vater und Großvater. Er hat BvL durch mehrere Praktika und eine von der Schule organisierte Nachmittags-AG von vielen Seiten kennengelernt. „Ich habe auch andere Praktika gemacht und mich auch woanders beworben. Aber hier hatte ich schnell eine Zusage, sodass ich mich nirgendwo sonst vorstellen musste“, berichtet er.
  
Viele junge Leute aus Timos Umfeld haben Ausbildungsplätze in Emsbüren oder der direkten Nachbarschaft. An Wegzug denken nur wenige. „Wenn man sich in der Region wohlfühlt, warum sollte man dann auch weggehen?“ ergänzt sein Vater Olaf.  

Timos jüngerer Bruder Toby wird ihm im Sommer beruflich nachfolgen und ebenfalls die Ausbildung bei BvL machen. Nach einem Jahr an der Berufsbildenden Schule in Lingen steigt er dann direkt ins zweite Ausbildungsjahr zum Industriemechaniker ein. Auch er hat BvL durch praktische Arbeit in Praktika und sogar Ferienjob bereits aus der Nähe betrachtet. „Ich habe auch andere Praktika gemacht, aber hier fand ich es einfach angenehmer“, begründet er seine Entscheidung, die er bisher nicht angezweifelt hat.

Das Kennenlernen der Arbeit und des Unternehmens hält ihr Vater Olaf für immens wichtig. „Jeder Beteiligte weiß dann, was Sache ist – sowohl die guten als auch etwas unangenehmeren Seiten“, erklärt er. Seiner Meinung nach ist es genau richtig, dass das Unternehmen das Thema Praktikum und Ausbildung so stark fördert.

Emsbüren und BvL als Arbeitsplatz attraktiv geworden

Fachkräfte gewinnen – Unternehmen entwickeln - Generell haben die Tebbels hier beobachtet, dass sich im Emsland, und insbesondere auch in Emsbüren, in den vergangenen Jahren viel getan hat. Ein Blick auf BvL reicht Großvater Josef hier schon: „Hier hat sich viel entwickelt, gerade auch als Arbeitsort.  Das Unternehmen hat viele Leute nach Emsbüren geführt.“ Seinerzeit gingen einige Bekannte außerhalb Emsbürens arbeiten, heute bleiben viele bei den hiesigen Unternehmen oder kommen nach Ausbildung oder Erfahrungen außerhalb hierher zurück, hat er festgestellt.  Denn attraktive Arbeitsplätze und –bedingungen wurden geschaffen.

Das kollegiale Umfeld macht es hier noch attraktiver. „Hier darf man auch mal ehrlich was sagen“, merkt Josef Tebbel zum offenen, teilweise sehr direkten, Miteinander an. Sohn Olaf fügt zu dieser direkten Art der Emsländer hinzu: „Das muss man dann auch mal mit einem Lächeln nehmen.“

Nach Dienstschluss ist BvL bei Familie Tebbel auch zu Hause durchaus Thema – aber mit Grenzen. „Wir reden schon häufig über die Arbeit, sprechen im Zweifelsfall auch Probleme an. Aber dann ist es auch gut. Die Arbeit ist ja nicht das ganze Leben“, betont Olaf Tebbel. Für Familie Tebbel allerdings bleibt BvL wohl noch lange ein großer Teil davon.